Leben und Wirken der Hl. Walburga
Um eine besondere
Gottesbeziehung und auch die Verehrungswürdigkeit darzustellen,
bildeten sich im Lauf der Zeit um viele Heiligen Erzählungen und
Legenden. Auch von der Hl. Walburga sind solche Erzählungen
überliefert. In der Festschrift zum 25jährigen Bestehen unserer Walburgisgemeinde führt
der erste Pfarrer der Gemeinde, Jodokus Schulte, folgende Legende
an: „Im Jahr 748 macht Walburga mit etwa 30 Schwestern die Fahrt
nach Deutschland über die stürmische Nordsee. Riesige Wellen
heben das kleine Schiff empor, um es im nächsten Augenblick in
die Tiefe zu reißen. Während sich all in Todesangst
zusammendrängen, bewahrt Walburga die Ruhe. Sie betet zu dem,
der auch im Sturm gegenwärtig ist und retten kann. Als der Sturm
sich legt, sieht man, dass Walburgas Gebet erhört worden ist“.
Weiterhin wird überliefert, dass sie u.a. ein krankes Kind durch
ihre Fürbitte heilte, ferner habe sie durch drei Ähren ein Kind
vom Hungertod errettet. Auf dem Wege zur kranken Tochter eines
Burgherrn sei sie von Hunden angefallen worden und habe den ihr
zu Hilfe eilenden Knechten zugerufen, sie stehe unter dem Schutz
Christi, worauf die Hunde von ihr abließen. In ihrem Wirken als
Ordensschwester und Äbtissin kümmerte sie sich um die Erziehung
der Kinder, aber auch um die Pflege von Kranken. Daher wird sie
oft mit Buch und Ölgefäß, aber auch mit Krone und drei Ähren (als
Beschützerin der Feldfrucht) dargestellt. Nach jahrelanger Sorge
um das Kloster und ihre Mitmenschen starbt Walburga schließlich
am 25. Februar des Jahres 779.
Walburga wurde zunächst in der
Klosterkirche zu Heidenheim beigesetzt, bevor ihr Leichnam
schließlich um das Jahr 870 von Bischof Otkar von Eichstätt
erhoben und nach Eichstätt in die Kirche des heiligen
Kreuzes übertragen wird. Die Kirche und ein später
errichtetes Kloster in Eichstätt werden schließlich nach ihr
benannt, das Grab befindet sich noch heute unter dem Hochaltar
und war in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals das Ziel von
Wallfahrten unserer Gemeinde.
Zentrum und Mittelpunkt der Verehrung der hl. Walburga ist
durch die Jahrhunderte das bayrische Bistum Eichstätt geblieben,
seit 1968 ist sie gleichberechtigte Patronin des Bistums
mit ihrem Bruder Willibald. An zwei Gedenktagen, dem 25. Februar,
dem Todestag, und dem 1. Mai, dem Tag der Erhebung ihrer Gebeine
durch den Eichstätter Bischof Otkar, wird ihr Andenken festlich
begangen. In das große Erzbistum Köln, zudem Menden Jahrhunderte
lang gehörte, kamen erstmals 1064 durch Erzbischof Anno II.
Reliquien in ein neugegründetes Benediktinerkloster bei Siegburg.
1163 wurde vom Kölner Erzbischof Reinald von Dassel in Soest das
Augustinerinnenkloster St. Walburgis gegründet. Von dort
verbreitete sich die Verehrung der hl. Walburga über Werl,
Meschede und Wormbach in ganz Westfalen und auch im Sauerland.
So wurde Walburga auch Nebenpatronin der westfälischen Urpfarre
St. Vincenz in Menden und als die Vincenzgemeinde in den Jahren
1929/1930 eine neue Kirche in der Unterstadt errichten ließ,
wurde dies ihr zu Ehren geweiht. Eine Reliquie der Hl. Walburga erhielt unsere Gemeinde im
Jahr 1932 aus dem Kloster St. Walburg in Eichstätt, eine Urkunde
des Eichstätter Bischofs im Pfarrarchiv bezeugt die Echtheit der
Reliquie. Befand sie sich zunächst in einem seitlichen
Walburgaaltar, so wurde im Zuge der Umgestaltung des Altarraumes
1984/1985 der Holzschrein mit dem Reliquiar in den Altar
integriert. Damit wurde ein frühchristlicher Brauch bildlich
aufgegriffen, bei dem sich die Christen in den Katakomben an den
Gräbern der Verstorbenen trafen und dort gemeinsam das Mahl
feierten. Neben der Reliquie der Hl. Walburga sind unter dem Altar aber
auch noch die Reliquien von zwei weiteren Heiligen, den
Nebenpatronen unserer Gemeinde beigesetzt: die Hl. Märtyrerin
Proba und der Hl. Viktor von Xanten. Über beide Heilige
liegen im Vergleich zur Hl. Walburga wesentlich weniger
Informationen vor. Proba wurde der Überlieferung nach im Zuge
einer spätantiken Christenverfolgung in Rom ermordet.
Viktor von
Xanten gehörte wohl der sogenannten Thebäischen Legion an, einem
römischen Söldnerheer, deren Soldaten überwiegend Christen
gewesen sein sollen. Der Legende nach sollen sich viele dieser
Söldner um das Jahr 300 geweigert haben, auch andere Götter zu
verehren und wurden daraufhin auf Befehl Kaiser Maximinians
ermordet. Der Hl. Viktor wird aus diesem Grund ebenfalls als
Märtyrer verehrt, sein Fest wird am 10. Oktober begangen
Hl. Walburga,
Gedenktag: 25. Februar; Patronatsfest: 1. Sonntag im Mai
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Walburga
wurde um das Jahr
710 als Tochter des angelsächsischen Königs Richard in
Südengland geboren, ihre Brüder waren Willibald und
Wunnibald. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter Wunna, einer
Verwandten des Hl. Bonifatius, wurde Walburga zur Erziehung in
das Kloster Wimborn in der Grafschaft Wessex gegeben.
Dort erhielt sie eine für damalige Zeiten typische klösterliche
Erziehung, sie lernte das Lesen und Schreiben der lateinischen
Sprache, ihr wurden die Noten und Weisen gregorianischer Choräle
vertraut und sie wurde im Glauben unterwiesen. Schließlich trat
sie dem Benediktinerorden im Kloster Wimborn bei. Nachdem ihr
Vater auf einer Pilgerreise durch Frankreich und Oberitalien in
Lucca (Toskana) verstarb und dort begraben wurde, und ihre
Brüder nach Stationen in Rom und dem heiligen Land schließlich
dem Ruf Bonifatius in die Mission ins alte Germanien gefolgt
waren - Willibald wurde 741 zum Bischof von Eichstätt ernannt -
ging auch Walburga in die Mission nach Germanien. Der Ort
ihres klösterlichen Aufenthalts und Wirkens bleibt zunächst
unklar, man geht davon aus, dass sie nach einer Reise entlang
des Rheines zunächst bei Tauberbischofsheim lebte und wirkte.
Urkundlich überliefert ist dann, dass sie 761, nach dem Tod
ihres Bruders Wunnibald, die Leitung des von ihm gegründeten
Klosters Heidenheim übernahm, das kurzfristig wohl zu einem
Doppelkloster wurde.
Nebenpatrone: Hl. Viktor v. Xanten,
Gedenktag: 10. Oktober; Hl. Proba, Märtyrerin