Pfarrkirche St.Walburgis

Die Grundsteinlegung der Walburgiskirche in der Mendener Unterstadt erfolgte am 22. September 1929 auf einem Grundstück an der Werler Straße, dass von der Vincenzgemeinde zuvor von der Stadt Menden erworben worden war. Die Ausdehnung der ursprünglichen Mendener Urpfarrer St. Vincenz erstreckte sich von der Lürbke und Ober-Rödinghausen bis Langschede und Echthausen. Durch die starke Bevölkerungszunahme in Menden im Zuge der Industrialisierung nahm auch die Zahl der Gläubigen immer stärker zu, so dass schließlich die Idee entstand, eine zweite Kirche in der Innenstadt zu bauen.

Der Kirchenbau an der Kreuzung von Werler Straße und späterer Walburgisstraße war zunächst nur als Provisorium gedacht, er sollte der Gemeinde übergangsweise bis zur Errichtung eines größeren Gotteshauses als Kirchenraum dienen. Geplant war, auf dem angrenzenden Gelände, auf dem sich heute das Walburgisstift und der Kindergarten St. Walburgis befinden, einen Kirchbau in der Größe der Vincenzkirche zu errichten, und das Provisorium dann zu einem Gemeindesaal umzuwandeln. Diese Pläne wurden allerdings schon Mitte der 30er Jahre verworfen, zum 1. April 1940 wurde St. Walburgis eigenständige Pfarrei unter dem ersten Pfarrer Jodokus Schulte.

Der ursprünglichen Planung als Provisorium geschuldet, wurde der weithin sichtbare Turm der Walburgiskirche in den Jahren 1953/ 1954 errichtet. Das Geläut der Walburgiskirche umfasst heute fünf Glocken sowie zwei weitere Glocken für das Stundengeläut.

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Die Gestaltung des Kircheninnenraumes ist ein Indikator für das Verständnis von Glaube und Liturgie in ihrer jeweiligen Zeit. Sein heutiges Aussehen erhielt der Kirchenraum durch Renovierungen in den Jahren 1984/85 und 2000. Die Gestaltung des Altarraumes geht dabei auf den Mendener Künstler Ulrich Langohr zurück. Ziel seiner Arbeit war die "bildliche Darstellung der Liturgie".

Bilder des Innenraumes 1930-2005 >

Richtet man beim Betreten der Kirche den Blick zunächst nach oben, so kann man ein Tonnengewölbe, den sogenannten "Himmel" sehen. Das Gewölbe erstreckt sich in zwölf Metern Höhe über eine Länge von ca. 33 m und einer Breite von ca. 16 m. Es wurde als "Zollbau-Lamellendach" errichtet, einer besonders holzsparenden Konstruktion, die in den 20er und 30er Jahren wiederholt verwendet wurde.

Der Altar, konzipiert als Mittelpunkt der versammelten Gemeinde, zeigt an seinen Seiten eine Quelle sowie ein Wasserornament, das alle Seiten des Altares umspannt. Im Altar befindet sich ein kreuzförmiger Hohlraum, in dem der Reliquienschrein der Hl. Walburga ruht, ebenso sind hier die Reliquien der beiden Märtyrer Viktor von Xanten und Proba beigesetzt.

Hinter dem Altar befindet sich erhöht im Chorraum der Tabernakel und das Kreuz. Als Tabernakelstele ist er fast unter dem farblich hervorgehobenen Triumphbogen des Chorbereiches positioniert. Die am Tabernakel angebrachten Retabeln zeigen wechselseitig Bilder der Hl. Schrift und der heutigen Zeit und greifen mit dem dargestellten ranken- und Blattwerk gleichsam auch das Symbol des Weinstocks auf. Über dem Altar erhebt sich das raumbestimmende Kreuz, das 1935 durch den Münsteraner Bildhauer Albert Mazotti geschaffen wurde. Es hat eine Höhe von 4 m; der Corpus ist, in Relation zum Kirchenraum, überlebensgroß dargestellt (2,60 m). Das Werk aus Linden- und Fichtenholz zeigt des leidenden Christus an einem sogenannten "Gabelkreuz". Warum der Künstler 1935 diese Darstellung wählte ist nicht mehr zu rekonstruieren.  

An der Rückwand des Chorraumes sind jeweils drei Skulpturen angebracht. Sie stellen, neben drei Engeln, den Hl. Jakobus, den Hl. Kilian und die Hl. Walburga dar. Links neben dem Chorraum befindet sich das Taufbecken sowie die Osterkerze. Das Taufbecken stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist ein Geschenk der Muttergemeinde St. Vincenz zur feierlichen Konsekration der Kirche 1935. Auf der rechten Seite des Chorraumes befindet sich eine Darstellung der Madonna mit Kind, die um das Jahr 1400 entstanden ist.

Die farbenprächtigen Bleiglasfenster gehen auf Entwürfe des Mendener Künstlers Dr. Johannes Hohmann aus den Jahren 1962 und 1963 zurück, sie wurden durch die Glasmalerei Peters, Paderborn ausgeführt. Der in der Kirche aufgehängte Kreuzweg ist schließlich ein Werk des Mendener Künstlers Dr. Franz Dameris. Die ersten 11 Stationen wurden bereits in den 50er Jahren geschaffen, 1984/85 wurde der Kreuzweg dann um drei weitere Stationen ergänzt.

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Die Orgel in der Walburgiskirche besitzt schließlich zwei Manuale sowie das Pedal. In ihrer ersten Form wurde die Orgel im Jahr 1930 durch die Gebrüder Stockmann (Werl) gebaut und erstmals 1939 erweitert. Im Jahr 1968 fand dann eine Umdisponierung und Elektrifizierung statt, auch entstand zu dieser Zeit das heute sichtbare Orgelprospekt. Die Orgel umfasst heute 21 Register.   

Ausführliche Informationen zur Gestaltung der Walburgiskirche sowie zur Entstehung der Gemeinde finden Sie in dem Buch "Gemeinde in Bewegung - 75 Jahre St. Walburgis Menden", das im Jahr 2005 erschienen ist. Exemplare liegen in der Kirche aus und sind auch im Pfarrbüro zu den Öffnungszeiten erhältlich.

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